Abwechselnd feiern wir unsere Gottesdienste auf Deutsch oder auf Spanisch
Unser Colegio Belén O`Higgins - eine gute Sache!
Außer in den Ferien feiern wir an jedem Sonntag Kindergottesdienst
Musik klingt wunderbar in unserer Kirche - ob im Gottesdienst oder bei Konzerten
Unser Pastor Johannes Merkel und und unsere Pastorin Nicole Oehler
Detail aus unserer schönen Kirche "Zum Guten Hirten"
Wir feiern gern!

Lucy Preisler, wie sie viele kennen und mögen: im Gespräch und dabei meist ein ansteckendes Lachen in Herzen und Gesicht.

 

Lucy, du hast mal erzählt, dass du schon als Kind einen besondere Beziehung zu Gott hattest...

In der Tat. Ich wollte Nonne werden. Und da ich mit vier Jahren das Wort „Monasterio“ noch nicht richtig aussprechen konnte, sagte ich meinen Eltern, ich will später mal in ein „Monjerio“...

 

Das heißt, du warst katholisch?

Ja, wir waren nur drei nicht-lutherische Kinder in meiner Klasse in der Deutschen Schule in Valparaiso: die beiden Jungs sind Priester geworden...

 

... und du nicht Nonne, aber immerhin viele Jahre lang Gemeindepräsidentin der Versöhnungsgemeinde!

Ja. (lacht)

 

 

Lucy u Katherine

 

Wie kamst du denn dann zur lutherischen Kirche?

Über meinen Schwiegervater. Der war im Gemeindevorstand der Lota-Kirche. Ich habe anfangs bei verschiedenen Basaren mitgeholfen. 1971 wurde ich dann gefragt, ob ich nicht im Vorstand des Altenheimes mitarbeiten könnte.

Trotzdem ich 1975 in die Versöhnungsgemeinde eingetreten war und seit 1976 dort auch im Gemeindevorstand mitarbeitete, habe ich sehr gern im Altenheim geholfen. 15 Jahre später musste ich mich dann aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen.

 

Überhaupt macht es nicht den Eindruck, als würde dir die Teilung der lutherischen Kirchen in Chile gefallen...

Ganz und gar nicht! Mein großer Wunsch ist, dass die Kirchen wieder zusammengehen!

 

Und was erinnerst du von der Trennung?

Viel Schmerz. Überhaupt in jenen Jahren und auch in der Kirche. Selbst gute Freunde haben mich geschnitten, weil ich Mitglied der Versöhnungsgemeinde wurde. Und auch in vielen Familien gab es Streit.

Immer wieder wurde und wird Politisches in die Kirche hineingetragen. Ich sage dann offen meine Meinung. Aber ich sage auch, dass man darüber nicht zanken muss. Und ich habe immer wieder erlebt, dass genau dieses gute Miteinander jenseits von politischen Überzeugungen möglich ist.

So haben wir zum Beispiel auch schon in den ersten Jahren sehr erfolgreich über alle Gemeindegrenzen hinweg gut zusammengearbeitet. Zu unserem „Seniorenkreis“ kamen Mitglieder der Versöhnungsgemeinde genauso wie der Kirche „El Redentor“ in der Lota- Straße.

 

Zurück zu deinem kindlichen „Berufswunsch“ Nonne - hat dir denn dein Glaube auch später noch so viel bedeutet?

Unbedingt. Gott hilft mir so sehr! Er hat mich auf meinem Lebensweg geleitet und ich danke ihm für so viel Schönes in meinem Leben!

 

Wofür brauchtet ihr Gottes Beistand in den letzten Jahren besonders?

Bei der Entwicklung unseres sozialen Projektes, dem Colegio Belén O`Higgins. Da gab es immer wieder große Herausforderungen. Sowohl was die Finanzierung, als auch was ver- schiedene inhaltliche Punkte betraf.

 

Und was gefällt dir an unserer Gemeinde besonders gut?

Das herzliche Miteinander. Schon wenn man in die Kirche kommt, wird man fröhlich begrüßt. Und nach dem Gottesdienst ist immer noch Zeit, mit den anderen zu lachen oder etwas Ernstes zu besprechen.

Und ich danke Gott für alle, die sich mit so viel Glauben, Arbeit, Enthusisasmus und Wohlwollen für unsere geliebte Versöhnungsgemeinde eingesetzt haben!

 

Lucy, wir danken dir sehr für das Gespräch!

 

>>Übersicht der Interviews mit Gemeindegliedern