Abwechselnd feiern wir unsere Gottesdienste auf Deutsch oder auf Spanisch
Ob am Meer oder im Kindergottesdienst - hier sind auch die jüngeren willkommen!
Seit Dezember 2017 produzieren wir unseren eigenen, "grünen" Strom auf unserem Kirchendach
Musik klingt wunderbar in unserer Kirche - ob im Gottesdienst oder bei Konzerten
Unser Pastor Johannes Merkel und und unsere Pastorin Nicole Oehler
Wichtig und gut - unser sozialdiakonisches Engagement im Colegio Belén O´Higgins
Wir feiern gern!
Detail in unserer schönen Kirche "Zum Guten Hirten"

Post nach Hause am 20. Mai 2020

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder der Versöhnungsgemeinde,

die Hauptstadtregion und somit viele von uns, leben wieder in Quarantäne. In den Krankenhäusern werden die Intensivstationen immer voller. Und viele wissen nicht, wie sie in diesen Zeiten über die Runden kommen sollen. Nicht gerade himmlische Aussichten!

Also werden wir versuchen – pünktlich zu „Christi Himmelfahrt“ – selbst den Blick gen Himmel zu heben. Oder noch besser: uns den Himmel ein bisschen auf die Erde zu holen.

Mit einer kleinen Reflexion zu Himmelfahrt, Nachrichten und Anregungen aus der Versöhnungsgemeinde und natürlich einem Gebet, einem Vers und einem Spruch.

  1. Himmelfahrt: Jesus ist weg
  2. Aus der Versöhnungsgemeinde
  3. Kirche im Netz
  4. Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch

 

1. Himmelfahrt: Jesus ist weg

(wer den passenden Bibeltext lesen will, klicke hier)

 

Jesus ist weg.
Und der Himmel scheint auch oft weit weg.
Man möchte an Vielem verzweifeln.
An all dem, was gerade nicht stattfinden kann: Feste und Begegnungen. Touren am langen Wochenende, Plänen für die Winterferien, leben, wie wir es kannten ...
Und an Manchem, was stattdessen unsere Quarantäne-Realität ausmacht, möchte man auch verzweifeln: Schule und Arbeit von Zuhause, Sorge ums Einkommen, steigende Fallzahlen und fehlende Intensiv-Betten, ...
Himmelfahrt ist in dem Sinne kein schönes Fest, weil es eben hauptsächlich Jesu ABWESENHEIT zum Inhalt hat.
Wäre doch viel besser, wenn Jesus hier wäre. Und nicht im Himmel!
Er könnte heilen und Heil machen.
Manche bräuchten auch ein paar klare Ansagen.
Und andere wollen einfach in den Arm genommen werden.
Doch am Himmelfahrtstag kam eine Wolke herab, fast berührte sie die Erde.
„Und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.“
Höher und immer höher.
Die JüngerInnen sahen ihn kaum noch und konnten dennoch ihren Blick nicht lösen.

Das Reich Gottes scheint bisweilen noch weiter weg zu sein als der Himmel.
Ob Jesus es damals mit seinen Worten und Bildern wohl erlebbar machen konnte?
Aber er ist ja weg.
Im Himmel.
Wir sind auf uns allein gestellt.
Himmelfahrt ist der Punkt, an dem es für uns Christinnen und Christen gilt, selbst Verantwortung zu übernehmen.
„Was steht ihr da und starrt zum Himmel?“ fragen zwei weiß gekleidete Männer in der biblischen Geschichte die JüngerInnen, die immer noch nach oben schauen.
„Was steht ihr da und starrt zum Himmel?“
„Ihr sollt Jesu Zeugen sein!“

Was steht ihr da und starrt auf die Leerstellen im Kalender und auf das, was gerade nicht möglich ist?

Himmelfahrt

Was sitzt ihr da und grämt euch über schlecht vorbereitete Internet-Sitzungen, eine lahme Verbindung oder die miese Laune der Anderen?
JA, Manches ist ärgerlich, Anderes besorgniserregend oder nervig.
Man fühlt sich zuweilen hilflos, verloren oder schlicht überfordert.
Mit diesen Gefühlen bist du ganz nah dran an den JüngerInnen.
Die waren auch alles andere als begeistert: Jesus nicht mehr hier...

Aber jetzt sind wir dran, den Himmel schon auf Erden zu entdecken:
unsere Aufgabe ist es, zu leben als seien wir unter himmlischen Umständen.
Auch in der Quarantäne!

  • Zu vergeben, zu hoffen, sich zu kümmern, aufeinander zu achten, die Sonne und das Blau zu entdecken, füreinander da zu sein, einander zu helfen, ...
  • Zu leben, als wäre das Reich Gottes mitten unter uns und der Himmel offen.

Und ganz allein sind wir damit doch nicht:
„Ihr werdet in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Dann werdet ihr Kraft empfangen und meine Zeugen sein –
in Jerusalem, in ganz Judäa und bis ans Ende der Erde.«
Gott sei Dank! Im Himmel wie auf Erden.

 

2. Aus der Versöhnungsgemeinde

(A) Eine gute Möglichkeit, sich dem Himmel zu nähern ist zweifellos die Musik. Wir haben unsere Lieblings-Lieder-Liste beständig erweitert und die in den letzten Wochen verwendeten Titel eingefügt. Ihr könnt euch also nicht nur anregen lassen, zum Singen, sondern bei vielen Titeln auch mitsingen. „Musik wäscht den Dreck des Lebens von der Seele...“ Mit einem "klick" hier gelangt ihr hin.

 

(B) Außerdem laden wir euch zu einem Himmel-Such-Projekt ein:

legt euch bequem hin und schließt die Augen. Dann versucht, euch an eure Sehnsuchtshimmel zu erinnern. Ruft sie euch vor Augen.

Wie sehen sie aus?

  • strahlend blau?
  • Vögel, die im Wind umhertreiben?
  • Wolken in den unterschiedlichsten Schattierungen?
  • ein wahres Sternenmeer?

Wann bist du das letzte Mal unter ihm gegangen?
Wer war bei dir?
Kannst du ihn hören?
Kannst du ihn riechen?
Fühlst du ihn?

Wunderbar!

Und wenn du in der nächsten Zeit meinst, du siehst keinen Horizont mehr.. oder du brauchst einfach mal einen Tapetenwechsel: dann ruf ihn dir hervor, deinen Sehnsuchtshimmel. Für einige Sekunden nur oder mehr… und fliege ihm entgegen.

Und wenn du (auch) ein Foto von ihm hast, dann poste es auf unserer Pinnwand (Hier nochmal der Link) oder lade es als dein Profilbild – damit auch andere sich hinträumen können.

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(C) Vorankündigung: Familiengottesdienst per Zoom an Pfingsten – wir haben in verschiedensten Formen in den letzten Wochen Gottesdienst gefeiert. Das war schön und tut gut. Aber die Gottesdienste zielten doch deutlich mehr auf die „Großen“ ab und die Kinder kamen etwas zu kurz. Daher sollen jetzt zu Pfingsten alle zu ihrem Recht kommen: wir wollen Familiengottesdienst feiern. Und uns dabei sehen und austauschen – in einem fröhlichen Zoomgottesdienst für groß und klein. Und natürlich nicht zu vergessen: der Kaffee danach! Mit je eigenen Köstlichkeiten und viel Raum zum Austausch. Seid alle dabei! Am 31. Mai um 11 Uhr (chilenische Uhrzeit).

 

3. Kirche im Netz

- Unsere Chilenische Evangelisch-Lutherische Kirche (IELCH) verschickt jeden Tag ein schriftliches Gebet und lädt mittwochs zu einem gemeinsamen Gebet per Zoom ein. Zu beidem findet ihr Zugang auf der Facebook-Seite der IELCH (klick hier) oder ihr bittet unseren Pastor um Aufnahme in die WhatsApp-Liste.

- Der Gemeinschaftsverband Sachsen-Anhalt bietet seit neuestem die tägliche Bibellese als Audio an – wer mag kann sich in die WhatsApp-Liste eintragen lassen (+49 1575 1024381).

- Jeden Sonntag gibt es auf YouTube einen neuen Kindergottesdienst zum Mitfeiern. Hier der passende LINK dazu.

 

4. Am Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch:

 

Das Gebet:

Wir kommen zu Gott, mit allem, was unser Herz beschwert:

Gott,

wir sehnen uns immer wieder nach einem Stück Himmel auf Erden,

dass die Sonne aus unseren Gesichtern strahlt

und wir wie auf Wolken gehen.

Dass der Horizont weit ist und wir alle Möglichkeiten haben.

Aber unsere Füße sind oft nicht frei

und in unseren Augen zeigt sich nur manchmal dein Glanz.

Uns ist der Himmel verstellt.

Das bekennen wir dir, Gott.

Und bitten dich: Herr, erbarme dich!

Kyrie Eleison!

 

Christus hat sich unser erbarmt und spricht uns zu:

„Seht, schaut hin, werdet gewahr:

ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“            (Mt 28, 20)

 

„Gott allein wollen wir die Ehre geben und ihm singen:“

 

 

Der Vers:

Und von dem Allmächtigen seist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab.
(Genesis 49,25)

 

Der Spruch:

Der Himmel geht über allen auf!
(Liedheft Nummer 10)

 

1 Antwort

  1. Tut gut diese Gebets- und Denkpause. Danke. Wir sehen des nachts hier auf dem Land den glitzernen Sternenhimmel. Da siehst Du die Unendlichkeit und doch fühlst Du die Nähe Gottes und Deine Kleinwenigkeit.

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