Hauspost 11/2021

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder der Versöhnungsgemeinde:

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Wisst ihr, wie man in der Antike Gewänder rot färben konnte? Dazu brauchte man den Farbstoff der Purpurschnecke, welcher – je Schneckenart, Geschlecht, Ernährung und Dauer des einzelnen Färbeprozesses – ein Ergebnis in grün, altrosa, tiefrot, blau, violett oder fast schwarz erbrachte. Rot war deswegen die Farbe der Reichen und Mächtigen. In den ersten christlichen Gemeinden waren diese selten zu finden, aber heute lernt ihr eine Purpurhändlerin in unserer Reihe über die „Personen der Osterzeit“ kennen.

Hier: die “Nordische Purpurschnecke” (Nucella lapillus). Ihr sich rot färbendes Sekret nutzt sie zur Betäubung von Beute und Feinden.

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Außerdem gibt es natürlich Aktuelles (inklusive der WochenChallenges) aus der Versöhnungsgemeinde und den bewährten Dreiklang aus Gebet, Vers und Spruch.

  1. Biblische Personen in der Osterzeit: Lydia
  2. Aktuelles & WochenChallenges
  3. Am Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch

 

1.  Biblische Personen in der Osterzeit: Lydia (Apg 16:11-15)

Was für eine Frau! Lydia.
Lydia, die als erste in Europa zum chrislichen Glauben kam und daraufhin die erste Gemeinde in Europa gründete.
Lydia, die sehr gut wusste, was sie wollte.
Ich will euch ein bisschen von ihr erzählen…

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Lydia war eine entscheidungsfreudige und furchtlose Frau, die offenbar daran gewöhnt war, das zu bekommen, was sie wollte. Oder die zumindest dafür kämpfte.

Sie stammt ursprünglich nicht aus Philippi, sondern aus Thyatira in Lydien, einer Region in Kleinasien. Sie ist somit eine Immigrantin und in Philippi nur zugezogen. Vielleicht wegen ihres Berufes. Lydia ist selbständige Unternehmerin: Purpurhändlerin. Sie handelt mit Purpurstoffen, einer echten Luxusware. Purpur ist die Farbe der Macht. Die Oberschicht trägt sie, um ihren Reichtum zu zeigen. Deswegen hat sich Lydia wahrscheinlich in Philippi niedergelassen, denn dort gab es eine große Oberschicht, die sich ihre Produkte leisten konnte. Lydia selbst könnte man wahrscheinlich zur „Mittelschicht“ rechnen. Sie ist keine römische Bürgerin und hat damit weniger Rechte, aber sie muss über ein gewisses Vermögen verfügen, um ihr Geschäft zu finanzieren. Sie ist eine freie Frau. Und sehr wahrscheinlich alleinstehend, denn sie steht einem eigenen Haushalt vor, in den sie Paulus und seine Begleiter einlädt.

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Lydia wird als gottesfürchtige Frau vorgestellt. Sie stand also dem Judentum nahe, hat sich an viele jüdische Glaubens- und Lebensregeln gehalten, ohne vollständig zum Judentum übergetreten zu sein. Mit den Frauen traf sie sich am Fluss um zu beten. Inmitten von spielenden Kindern, herumstromernden Hunden und patrouillierenden römischen Soldaten.

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Und plötzlich taucht Paulus dort auf!
Von Lydia wird nun erzählt, dass der Herr ihr das Herz öffnete, so dass sie die Worte des Paulus gerne aufnahm. Im Anschluss daran lässt sie sich taufen. Sich selbst und alle, die in ihrem Hause lebten.

Leider verrät uns die Apostelgeschichte nicht, was Paulus denn Lydia und den anderen Frauen erzählt. Welche Worte findet Paulus, die Lydia so ins Herz treffen, dass sie sich zu Jesus Christus bekennt? Was überzeugt sie so völlig? Was berührt sie?

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Lydia erkennt die Sprengkraft und das befreiende Potential der christlichen Botschaft und öffnet ihr Herz. Und ihr Haus. Sie wird Gastgeberin – zuerst für Paulus und seine Begleiter, später dann für die christliche Gemeinde in Philippi. Von dort breitet sich die Botschaft weiter aus. Die befreiende Botschaft, dass es in Christus keine Unterschiede und keine Unterordnung gibt. Dass Frauen Gemeinden leiten und andere mit ihrem Glauben anstecken können. Dass es sich lohnt, mutig zu sein. Und dass die Liebe Gottes größer ist als unsere Herzen und unsere Vernunft.

 

2. Aus unserer Versöhnungsgemeinde:

2a) Aktuell

Nochmals möchten wir herzlich einladen, am 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt teilzunehmen. Wegen der digitalen Durchführung haben wir die einmalige Chance, aus der Ferne am größten Fest der deutschen Kirchen dabei zu sein!  Auf der website des Kirchentages https://www.oekt.de/ findet ihr mehr Informationen, die Programmübersicht könnt ihr hier herunterladen (da kann man dann auch direkt auf die Veranstaltung “klicken” um die Übertragung zu beginnen).

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Viele Veranstaltungen sind “on demand” abrufbar – das heißt: man kann sie zu beliebiger Zeit über die Kirchentags-Website anschauen. Zum Beispiel Bibelarbeiten mit besonders interessanten Menschen wie dem Ratsvorsitzenden der EKD Bischof Bedford-Strohm, dem Komiker Eckart von Hirschhausen oder der Politikerin Malu Dreyer. Auch die Bibelarbeiten speziell für Kinder, Jugendliche oder aus jüdisch-christlich-muslimischer Perspektive sind sehr zu empfehlen!

Ein anderer Programmteil ist nur live abrufbar (ebenfalls über die Kirchentags-Website), hier ein paar Empfehlungen, jeweil mit den Uhrzeiten in Chile!

Freitag (14. Mai), 14 Uhr: Ökumenisches (= katholisch-evangelisches) Oratorium
Samstag (15. Mai):

  • 6 Uhr: In Gottes Haus sind viele Wohnungen. Vielfalt der Religionen.
  • 7 Uhr: Markt Macht Moral. Finanzen und Wirtschaft.
  • 9 Uhr: #digitalekirche. Glaube und Spiritualität.
  • 11 Uhr: Sind wir noch zu retten? Schöpfung und Klimakrise.
  • 14 Uhr: In die Nacht – Kulturprogramm.

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Der Abschlussgottesdienst wird am Sonntag auf dem ZDF übertragen werden und dort auch in der Mediathek abrufbar sein.

 

Für die Wahl am Sonntag weisen wir nochmals auf die APP “Votamos tod@s” hin: Als Gemeinde unterstützen wir weder politische Parteien, noch KandidatInnen, rufen aber dazu auf, an Wahlen teilzunehmen! Die APP kann helfen, für die anstehende Wahl zur Convención constitutional die / den “idealeN KandidatIn” zu finden.
–> Mehr Informationen

 

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Unsere Evangelisch-Lutherische Kirche in Chile (IELCH) hat im März begonnen, eine kurze Meditation zum Tagesvers aus der Bibel herauszugeben, der jeden Tag digital zugänglich gemacht wurde. Pastorinnen und Pastoren aber auch viele Laiinnen und Laien teilen darin ihre Gedanken und geben Anregungen zu Leben und Glauben in unserer Welt.

Wir laden euch ein:

  • Wer mag, kann sich auf den WhatsApp-Verteiler setzen lassen und täglich die entsprechende Meditation zugesandt bekommen.
  • Jetzt ist auch eine gedruckte Ausgabe erschienen, von denen wir als Gemeinde etliche bekommen haben. Ihr könnt euch gerne ein Buch abholen.
  • Und schließlich werden Mitwirkenden für das Jahr 2022 gesucht: es geht darum, für einige wenige Tage eine wirklich kurze Meditation zu einem Bibelvers zu schreiben – wir helfen gern!

=> bei Interesse an einem der drei Punkte: bitte bei den Pastores melden!

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2b) Die alte Wochenchallenge

Die Challenge der letzten Woche bestand aus drei Teilen:

  • Nehmt euch vor, jeden Tag für eine Person aus der Gemeinde zu beten – ob ihr sie besser kennt oder erst seit kurzem, ob ihr ihren Namen wisst oder nur wie sie aussieht – ganz egal! Betet für sie! Wer mag, kann der Person hinterher auch gerne sagen, dass er/sie für sie gebetet hat.
  • Nehmt euch vor, mindestens einmal die Woche jemanden aus der Gemeinde anzurufen, mit dem/der ihr sonst nicht regelmäßig telefoniert und euch erkundigt, wie es ihr/ihm geht. (Bei Bedarf gern Kontaktvermittlung über das Pfarrhaus!)
  • Welche bekannten Gebete (z.B. zur guten Nacht, Psalmen, Tischgebete…) benutzt ihr regelmäßig oder erinnert ihr aus anderen Zeiten?

Hier die uns zugesandten Gebete und ein paar Empfehlungen von uns:

 

2c) Die neue Wochenchallenge

Am Sonntag wird Psalm 1 im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen. Er beginnt mit den Worten: Glücklich ist, wer…

  • Wie würdet ihr diesen Satz zu Ende schreiben?
  • Versucht, diese Woche bewusst Dinge zu tun, die euch glücklich machen!
    Wer mag kann auch jemand anderen bewusst glücklich machen 😉

=> Schickt uns euren Satz bis spätestens Montag (17. Mai) um 18 Uhr.

 

3. Am Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch

Das Gebet:

Gott, wir danken dir für die Gemeinschaft.
Für die erste Gemeinde, die damals entstand,
für unsere Gemeinde, die unsere Schwestern und Brüder vor 45 Jahren gegründet haben,
für die Gemeinschaft, die wir heute spüren in deiner Gegenwart und die uns Kraft gibt jeden Tag auf´s Neue.

Gott wir danken dir für Lydias Vorbild, ihren Mut und ihren Glauben.
Du weißt, wie oft wir unseren eigenen Wert nicht anerkennen, wie oft wir an unseren Fähigkeiten zweifeln.
Lass uns an uns glauben.
Mach deine Liebe groß, damit wir uns selbst und unsere Nächsten lieben.

Gott, wir bitten dich, dass du uns stärkst durch dein Wort.
Wir bitten dich für deine Kirche, dass sie dir treu bleibt, damit alle, die daran mit bauen, dass deine Verheißungen wahr werden, deine Kraft und deine Liebe erfahren können.
Amen.

 

Der Vers:

Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie die Worte des Paulus gerne aufnahm.
Sie ließ sich taufen zusammen mit allen, die in ihrem Haus lebten.
Danach bat sie: “Wenn ihr überzeugt seid, dass ich wirklich an den glaube, dann kommt in mein Haus. Ihr könnt bei mir wohnen!” Und sie bestand darauf.
(Apg. 16,14b-15)

 

Der Spruch:

“Wenn du etwas gesagt haben willst, frage einen Mann; wenn du etwas erledigt haben willst, frage eine Frau.”
(Margaret Thatcher)

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