Post nach Hause am 5. August 2020

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder der Versöhnungsgemeinde,

In der neuen Hauspost gibt es ein buntes Sammelsurium: Gedanken zum biblischen Spruch für den Monat August, Tipps zum Klicken, Schauen und Hören, sowie natürlich unseren gewohnten Dreiklang zum Schluss. Außerdem haben wir im Kirchenvorstand darüber gesprochen, wie es angesichts der schrittweisen Öffnungen um die Präsenzangebote in unserer Gemeinde steht.

Viel Spaß beim Lesen!

  1. Angedacht: Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin
  2. Versöhnungsgemeinde: Vorerst weiter digital
  3. Tipps zum Klicken, Schauen, Hören
  4. Am Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch

 

1. Angedacht: Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin

Zu dick. Zu klein. Zu dumm. Zu pickelig. Zu unscheinbar. Zu …
So sieht das Selbstbild mancher Jugendlicher aus.
Und auch die Großen finden sich hin und wieder- manche auch öfter: zu…
Ungeschickt. Unwissend. Unattraktiv. Unsportlich. Unbedeutend. Unglücklich.
Manch eine mag gar nicht in den Spiegel schauen. Manch einer vermeidet es, über sich selbst nachzudenken. Und manche sind sehr bedürftig, es auch von anderen immer wieder gesagt zu bekommen – von anderen, die natürlich erfolgreich, hübsch, schlau, gut drauf, … sind.
Ich bin dann doch oft zu …
Oder nicht?

Wer Psalm 139 liest, strotz jedenfalls plötzlich vor Selbstvertrauen: „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin“ (Vers 14, der Monatsspruch für August).
Nicht alt oder vergesslich, wabbelig oder eigenwillig. Besserwisserisch oder kauzig, geizig oder verschlossen. Nein. Wunderbar!
Wunderbar bin ICH!

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Und das nicht, weil da die dunklen Seiten noch nicht entdeckt worden sind.
„HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war.“
Gott kennt mich. Von Anfang an und mit allen Stärken und Schwächen.
Gott ist da. Egal worin ich mich verstricke. Was mir gelungen ist oder wo ich gescheitert bin.
Und in Gottes liebendem Blick werd ich schön.
Erkenne, wie wunderbar ich gemacht bin.

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„Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“

Die Kategorien, die wir oft anlegen und nach denen wir zu … sind, verlieren ihre Relevanz im Angesicht des Schöpfers. Die Zweifel und der Missmut verlieren ihre Kraft im Gegenüber zu Gottes Liebe zu uns.

Wer mag, kann sich die Worte aus Psalm 139 neben den Spiegel hängen.
Oder an den Kühlschrank. Oder an den Computer.
Es lohnt sich, nicht zu vergessen, wie wunderbar du gemacht bist!
Und es ist schön, das Wunderbare in und an den anderen zu entdecken.
Wunderbar sind wir. Und manchmal gelingt es uns sogar, Wunderbares zu tun.
Manch wunderbare Möglichkeit haben wir im Leben.
Wunderbar, dass es dich gibt!

 

2. Versöhnungsgemeinde: Vorerst weiter digital

Trotzdem in einigen Stadtteilen Santiagos nun der erste Schritt „raus aus der Quarantäne“ vollzogen wurde, können wir uns noch nicht wieder in der Kirche zum Gottesdienst treffen. Auch in Las Condes gilt sonntags noch die Ausgangsbeschränkung und derzeit dürfen sich nicht mehr als 10 Personen auf einmal versammeln.

Und selbst wenn es demnächst hoffentlich wieder erlaubt sein wird, sich auch am Wochenende und mit mehr Menschen zu treffen und diese Regelungen auch auf weitere Stadtteile ausgeweitet werden, gilt es, vorsichtig zu sein. In verschiedenen Ländern wurden Gottesdienste zu „super spreeding events“, d.h. zu Veranstaltungen, bei denen in kurzer Zeit viele Leute mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt wurden.

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Man weiß nicht genau warum: ob es am Singen lag oder daran, dass die Abstandsregeln nicht so genau eingehalten worden sind. Es bleibt aber abzuwarten, was die staatlichen Regeln für Gottesdienste entscheiden und was wir als Gemeinde sinnvoll und in der jeweiligen Situation für verantwortbar finden. Es sollte auch an die Menschen gedacht werden, die z.B. weil sie sich speziell schützen wollen (oder müssen – für über 75jährige gelten ja derzeit noch Sonderregeln), auch unter neuen Bedingungen zunächst nicht in die Kirche kommen wollen oder können.

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Vorerst wird es jedenfalls weiterhin unser digitales Angebot geben. Und auch da haben wir ja schon ganz verschiedene Gottesdienste gefeiert und Gäste begrüßt!

  • Am 19. August wird der Botschafter der BRD, Christian Hellbach, in unserer Winter-Gesprächsreihe zu Gast sein. Anlass ist dann der 30. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung.

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  • Bereits diesen Sonntag werden wir gemeinsam mit den anderen Gemeinden unserer Gesamtkirche (IECH) einen Zoom-Gottesdienst (auf Spanisch) feiern. Als Versöhnungsgemeinde sind wir „Einladende“ und hoffen dann natürlich auch, dass sich viele von euch beteiligen werden! Den LINK werden wir kurz vorher rumschicken. Start ist um 11 Uhr (Sonntag, 9. August).
  • Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch noch mal auf die WhatsApp-Gruppe der IELCH, auf der täglich ein Gebet geschickt wird und es jeweils einmal die Woche den Zoom-Link für eine gemeinsame Andacht (mittwochs) und den reihum gestalteten Gottesdienst (sonntags) gibt. Wer sich darin eintragen möchte, melde sich bitte bei uns!

Die Einladung zum Zoom-Gottesdienst der Gesamtkirche vom letzten Sonntag – damals aus Punta Arenas.

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3. Tipps zum Klicken, Schauen, Hören

Nachdem wir am vergangenen Dienstag schon kurz mit Rabbi Shmuel über die Netflix-Mini-Serie „Unorthodox“ gesprochen haben, in der der Ausbruch aus einer jüdische Sekte thematisiert wird (die dort gezeigte Religiosität bildet keineswegs DAS Judentum ab), sandte er weitere Filmtipps für das Streaming–Portal:

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  • Shtisel“ über eine jüdisch orthodoxe Familie in Jerusalem und die Herausforderungen ihres Alltags (2 Staffeln mit je 12 Folgen).
  • Menashe“ ist ein chassidischer, frisch verwitweter Jude und dazu ein Pechvogel (Spielfilm, USA).
  • In „One of us“ geht es noch mal darum, wie Menschen in einer der geschlossenen jüdischen Sekten leiden und versuchen, daraus auszubrechen (Spielfilm, USA).

Lars Mikkelsen als Pastor Johannes in der dänischen Serie “Herrens veje” (Die Wege des Herrn).

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Und wo wir gerade bei Netflix sind, muss auch noch die dänische Serie Herrens veje (Die Wege des Herrn) erwähnt werden: mit dem charismatischen Lars Mikkelsen als lutherischem Pastor, der in Schuld verstrickt ist, oft Gutes will und doch immer wieder scheitert (2 Staffeln mit je 10 Folgen).

Ein interessantes Podcast-Projekt hat die Frau des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama gestartet. Die erste Folge von “The Michelle Obama Podcast” hat zwar einen spektakulären Gast – ihren Mann – aber viele der Sätze sind dann doch eher erwartbar als spektakulär. Trotzdem lohnt es sich, gemeinsam mit ihr zu fragen, was es mit unseren Beziehungen auf sich hat – sowohl im Zwischenmenschlichen, als auch zu Staat oder Gemeinschaft (auf spotify).

 

 

4. Am Schluss: ein Gebet, ein Vers und ein Spruch:

 

Das Gebet:

Gott, manchmal mag ich mich nicht leiden:

weil die Geduld doch wieder viel kleiner ist als ich mir vorgenommen hatte,

weil mir gerade so schnell alles zu viel wird,

weil meinem Körper die viele Quarantäne auch nicht gut tut,

weil …

 

Du weißt all das. Na klar!

Und blickst mich liebend an.

Trotz allem. Oder gerade deshalb.

Egal.

Hauptsache dass.

 

Ich danke dir:

für deine Liebe und deinen grenzenlosen Optimismus,

für deine offenen Arme und dein aufmunterndes Grinsen,

für deinen Großmut und deinen tollen Geschmack.

Danke Gott.

Schau mich einfach weiter an!

Amen.

 

Der Vers:

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.

(Psalm 139,14)

 

Der Spruch:

„Wenn du mich anblickst, werd ich schön.“

Gabriela Mistral

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